Kinder fit machen und für gutes Essen begeistern

Ich kann kochen! in Sachsen
Foto und Copyright: Thomas Koehler I photothek.net

Neben meinen speziellen Angeboten für Sportler und Gesundheitsbewusste gehe ich mit gleicher Leidenschaft meiner Trainer-Tätigkeit für die Initiative Ich kann kochen! der Sarah Wiener Stiftung nach. Schließlich wird mir in der Zusammenarbeit mit Erwachsenen immer wieder bewusst, wie wichtig und wertvoll es ist, Kindern und damit den Erwachsenen von morgen von klein auf das 1×1 des Kochens näher zu bringen. Was die Initiative Ich kann kochen! ausmacht und welche Rolle ich dabei spiele, verrät dieser Beitrag.

Ziele und Zielgruppe der Initiative Ich kann kochen!

Starten wir mit ein paar grundlegende Informationen in kompakter Form. Diese sind jederzeit unter dem Menüpunkt Presse auf der Website der Initiative nachzulesen.

Die Initiative: Ich kann kochen! möchte, dass Kinder durch aktives Kochen zu informierten und genussvollen Essern heranwachsen, die sich selbstbestimmt und vielseitig ernähren. Das Stärken des Bewusstseins für Ernährung soll ihre Gesundheit fördern. Ich kann kochen! verankert nachhaltige Ernährungsgewohnheiten im Kita-, Schul- und Familienalltag. Dazu gehören auch Impulse für die Verpflegungsangebote der Einrichtungen.

Ich kann kochen! ist die größte bundesweite Initiative für praktische Ernährungsbildung von Kita- und Grundschulkindern. Initiatoren sind die gemeinnützige Sarah Wiener Stiftung der Köchin Sarah Wiener und die Krankenkasse BARMER.

Ich kann kochen! qualifiziert Erzieher, Lehrer und Sozialpädagogen kostenfrei dafür, in ihren Einrichtungen Koch- und Ernährungskurse, wie Koch-AGs und Projektwochen, anzubieten. In eintägigen Fortbildungen werden die Pädagogen befähigt, Kinder von klein auf für das Kochen mit frischen Lebensmitteln zu begeistern und ihr Wissen über ausgewogene Ernährung zu fördern.

Begleitende Bildungsmaterialien stützen die Arbeit der Pädagogen. Sie enthalten vertiefende Informationen zu ausgewogener Ernährung, Praxistipps und saisonale Rezepte. Die Fortbildungsteilnehmer können sie im Online-Portal auf www.ichkannkochen.de abrufen. Auch die Bildungsmaterialien sind kostenfrei. Als Starthilfe für eigene Ich kann kochen!-Projekte können Einrichtungen eine einmalige finanzielle Unterstützung von bis zu 500 Euro bei der BARMER erhalten.

Welche Inhalte die Initiative Ich kann kochen! konkret vermittelt

Die Initiative Ich kann kochen! beinhaltet im Kern ein Kochkurskonzept für Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren. Alle Materialien, die den GenussbotschafterInnen bereitgestellt werden, sind demzufolge auf die Durchführung in Kindertagesstätten und Grundschulen zugeschnitten. So bietet Ich kann kochen! wertvolle Unterstützung im Zuge der Vorbereitungen für praktische Einheiten im dazugehörigen Online-Portal. Alle GenussbotschafterInnen können bereits einige Tage nach der Fortbildung auf das Bildungsmaterial zugreifen und sich zu den einzelnen Modulen mit Informationen versorgen sowie zu allen wichtigen Themen Wissenswertes nachlesen. Von Warenkunde über Arbeitstechniken bis zu Hygiene. Dieses Zusatzpaket unterscheidet die Initiative Ich kann kochen! meiner Erfahrung nach von anderen genauso guten Kochkurskonzepten für Kinder. 

In jeder der insgesamt 10 praktischen Einheiten wird je nach Zielgruppe mindestens ein Rezept umgesetzt, es sind Informationen zu den verwendeten Lebensmitteln inklusive zu deren Herkunft enthalten, die thematisierte Arbeitstechnik wird erläutert und es gibt immer diverse Hintergrundinformationen. Um die Inhalte wiederum zielgruppenspezifisch den Kindern näher zu bringen, zählen explizit die pädgogischen Fachkräfte zur Kernzielgruppe für die Fortbildungen. Ganz nebenbei geht’s ganz nebenbei um das Erleben von Grundnahrungsmitteln mit allen Sinnen. Natürlich soll das gemeinsam Zubereitete auch gemeinsam genossen werden. Es geht also um die komplexe Situation der Speisenzubereitung. Inklusive der Tätigkeiten, wofür sich nicht immer prompt Freiwillige finden lassen.

Warum praktische Ernährungsbildung wertvoll ist

Aus meiner Sicht ist’s immens wichtig, Kindern von kleinauf den Umgang mit Küchenwerkzeugen beizubringen und ihnen vor allem zu vermitteln, dass es zum Alltag dazugehört, sich kleinere Snacks oder ganze Mahlzeiten selber zuzubereiten. Je häufiger Kinder mit der Materie vertraut gemacht werden, umso effektiver der Lerneffekt. Lesen, Rechnen und Schreiben wird schließlich in der Grundschule nicht ohne Grund nahezu täglich trainiert. Gleiches gilt für das Zubereiten von Speisen und den sicheren Umgang mit einfachen Küchenwerkzeugen. Natürlich sitzen die Eltern heute genauso im Boot wie vor einigen Jahren oder gar Jahrzehnten. Doch nicht in jedem Elternhaus lernen Kinder beispielsweise wie mit Schneidemessern oder Sparschälern umzugehen ist.

Meine persönliche Erfahrung ist die, dass es Kindern in Kita und Grundschule immer Freude bereitet, handwerklich in der Küche zur Tat zu schreiten. Dass diese Projekte fachgerecht angeleitet bzw. koordiniert werden sollten, steht außer Frage. Hierzu gibt’s wertvolle Tipps in den Fortbildungen zur GenußbotschafterIn.

Praktische Ernährungsbildung in Kindertagesstätten und Grundschulen ergänzt idealerweise die vermittelten Inhalte aus den Elternhäusern. Wenn dann das Verpflegungsangebot eine passende Bereicherung darstellt, wäre ein großes Ziel geschafft. Dass die Realität vielerorts anders aussieht bzw. noch ein mehr oder weniger großes Stück davon entfernt ist, steht außer Frage.

Meine Tätigkeit als Trainerin für die Initiative Ich kann kochen!

Als Trainerin liegt meine Aufgabe in der Durchführung der Fortbildungen für angehende Genussbotschafterinnen und Genussbotschafter. Pädagogische Fachkräfte sind wie bereits erwähnt die Hauptzielgruppe der Forbildungen und machen mit Abstand auch den größten Anteil der Teilnehmerschaft aus. Es gibt bundesweit feste Fortbildungsorte, wo sich wiederum Interessenten aus ganz unterschiedlichen Einrichtungen anmelden können. Auf der Website von Ich kann kochen! ist die aktuelle Auslastung der einzelnen Veranstaltungen einsehbar. Parallel besteht die Möglichkeit, eine individuelle Fortbildung in den eigenständig ausgewählten Räumlichkeiten zu veranstalten. Hierfür müssen wiederum ein paar Bedigungen erfüllt sein. Unter dem gleichen Link ist nachzulesen, wohin sich in diesem Fall gewendet werden kann.

In der Fortbildung geht’s selbstverständlich um die detaillierten Inhalte und Bildungsmaterialien von Ich kann kochen! inklusive Praxiseinheiten. Wie Kinder essen lernen, wie sich die Umsetzung in die Praxis gestalten lässt und was schließlich Kochen mit Pädagogik zu tun, stehen auf der Agenda des Fortbildungstages.

Am häufigsten bin ich derzeit in Sachsen und Brandenburg im Einsatz. Ab und an in Berlin oder auch in Bayern und Baden-Württemberg. Für mich ist jede Fortbildung immer wieder neu und anders, obwohl die Inhalte selbstverständlich jedes Mal die gleichen sind. Die Veranstaltungen leben auf wunderbare Weise von den Teilnehmenden und ihren Erfahrungen, ihren Fragen und den Diskussionen. Meine Aufgabe und mein Anspruch ist es, innerhalb der 8 Zeitstunden nicht nur die geplanten Inhalte kurzweilig zu vermitteln, sondern genauso alle mitgebrachten Punkte aller Teilnehmenden bestmöglich zu bearbeiten.


Hinweis für interessierte ErzieherInnen, LehrerInnen und andere pädagogische Fachkräfte: Anmeldungen für die kostenfreie Fortbildung zur Genussbotschafterin/zum Genussbotschafter bitte ausschließlich über die Website von Ich kann kochen! vornehmen.


Mein persönliches Schlusswort: Würde ich nicht voll und ganz  hinter dem Konzept als solches und hinter den vermittelten Inhalten stehen, würde ich diese Tätigkeit sicherlich nicht ausüben. Es ist mir vielmehr eine Herzensangelegenheit, ErzieherInnen und LehrerInnen zu ermutigen, praktische Ernährungsbildung in den pädagogischen Alltag zu integrieren.

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