Warum betriebliche Gesundheitsförderung wertvoll ist

Essen am Arbeitsplatz

Seit Inkrafttreten wesentlicher Teile des Präventionsgesetzes am 25. Juli 2015 rückt das Schlagwort Gesundheitsförderung zunehmend in den Fokus von gesetzlichen Krankenkassen sowie von Unternehmen. Denn das Ziel vereint: Gesunde sowie fitte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon profitieren die Mitarbeiter persönlich und die Unternehmen sowie Krankenkassen zumindest mittel- bis langfristig. Sind Mitarbeiter gesünder, sind’s die Versicherten schließlich auch.

Gesellschaftlich bzw. gesellschaftspolitisch betrachtet schlummert in der langfristigen Gesunderhaltung des Menschen enormes Potenzial. Aktuelle Tendenz ist die, dass lebensstilbedingte Erkrankungen wie beispielsweise Fettleber oder Diabetes mellitus Typ 2 zunehmend in jüngeren Jahren diagnostiziert werden. Infolge der höheren durchschnittlichen Lebenserwartung kann sich wiederum die Therapiezeit verlängern, was mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Diese sind in unserem Gesundheitssystem von allen zu schultern. Umso sinnvoller erscheint es doch, zumindest jene lebensstilbedingten Erkrankungen entweder zu vermeiden oder zumindest aufzuschieben, so dass sich kostenintensive Therapiephasen verkürzen. Denn eines Tages wird sich die Frage stellen, wer’s denn bezahlen soll. Neben einer geringeren Ausgabenlast bedeutet Gesundheitserhalt genauso mehr Lebensqualität, ein wahrlich hohes Gut.

Was ist Gesundheitsförderung?

Unter dem Begriff Gesundheitsförderung werden allgemein alle Maßnahmen zusammengefasst, die der Erhaltung und Förderung der Gesundheit des Menschen dienen. Demnach sind Gesundheitsförderung und Prävention (von Krankheiten) inhaltlich sehr ähnlich gelagert.

Faktoren, die unsere Gesundheit beeinflussen, spielen naturgemäß eine größere Rolle, wenn es um Gesundheitsförderung und Prävention geht. Zu den bekannten Themenbereichen in Bezug auf Verhaltensänderungen zählen Bewegung, Entspannung, Suchtprävention und Ernährung.

Die private Gesundheitsförderung (PGF) ist von der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) abzugrenzen. Haben die Maßnahmen keinen Bezug zum Arbeitsplatz und unterliegen der Selbstbestimmung, geht’s um private Gesundheitsförderung. Jeder entscheidet also  individuell, was umgesetzt werden soll. In der Praxis lassen sich BGF und PGF manchmal nur schwer voneinander abgrenzen. Denn BGF-Maßnahmen können das Bewusstsein der Mitarbeiter dahingehend für das Thema schärfen, dass in der Folge private Maßnahmen ergriffen werden und zum Beispiel diverse Kurse von Rückschule bis Yoga oder individuelle Ernährungsberatungen und Raucherentwöhnungsprogramme gebucht werden.

Was bedeutet betriebliche Gesundheitsförderung?

Zur betrieblichen Gesundheitsförderung zählen alle Angebote oder Maßnahmen, die direkt im Unternehmen für alle Mitarbeiter organisiert werden und während der Arbeitszeit stattfinden sowie vom Arbeitgeber finanziert werden. In der Regel geht eine fundierte Analyse der Ist-Situation voraus, auf dessen Ergebnissen ein Maßnahmenplan erstellt wird. Entweder verfügt eine Firma über Mitarbeiter, die sich um diese Belange vor Ort in direktem Austausch mit den Mitarbeitern kümmern oder das Unternehmen beauftragt Dritte damit. Die vorher definierten Ziele sollten messbar sein, so dass die Effizienz von Maßnahmen ermittelt werden kann.

Sind Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung wiederum Teil eines fundierten betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM),  kann von einer nachhaltigen Wirkung und Verstetigung von Maßnahmen theoretisch ausgegangen werden.

Lese-Tipp für Interessierte: “Praxis-Guide Betriebliches Gesundheitsmanagement” von Cornelia Schneider, erschienen im Hogrefe Verlag in der 3. aktualisierten und ergänzten Auflage, 2018.

Für welche Branchen ist betriebliche Gesundheitsförderung wertvoll?

Jede Branche wird von Maßnahmen profitieren. Jedoch unterscheiden sich die Bedürfnisse von Unternehmen und ihren Mitarbeitern zum Teil sehr stark voneinander, so dass Standardkonzepte nicht automatisch in jeder Branche gleich gut anwendbar und in der Folge unterschiedlich effizient sind.

  • Verkehrswesen: u. a. Flug- und Zugbegleiter
  • Bildungswesen: u. a. Erzieher und Lehrer
  • Gesundheit: u. a. Pflegekräfte
  • Industrie: u. a. Mitarbeiter in der Produktion
  • Verwaltung

Warum ist betriebliche Gesundheitsförderung wertvoll?

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Motivation und Leistungsbereitschaft sowie Kompetenz von Mitarbeitern in direktem Zusammenhang mit der Wertschöpfung in einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft stehen. Wohlbefinden und Gesundheit eines jeden Einzelnen nehmen also direkten Einfluss.

Gründe, warum sich Firmen entschließen, ihren Mitarbeitern spezifische Angebote zur Gesundheitsförderung zu unterbreiten, sind unter anderem:

  • Wertschätzung
  • Motivationsförderung
  • Weniger Krankheitstage
  • Steigerung der Leistungsbereitschaft
  • Höhere Produktivität
  • Angenehmeres Betriebsklima

Damit Maßnahmen angenommen werden, braucht es Vorbilder. Nutzen Führungskräfte verschiedener Ebenen die Angebote sichtbar, so steigen die Chancen, dass es die Mitarbeiter ebenfalls tun. Ein Grund mehr, warum Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung in ein gut strukturiertes betriebliches Gesundheitsmanagement gehören sollten.

Wer bietet betriebliche Gesundheitsförderung an?

Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung werden von gesetzlichen Krankenkassen sowie von Unternehmen angeboten, die sich auf BGF-Maßnahmen spezialisiert haben und zumindest das gesamte Spektrum von Maßnahmen zur Verhaltensänderung beginnend bei Entspannung über Bewegung bis hin zu Ernährung mittels standardisierter Angebote abdecken.

Alle Gruppen an Leistungserbringern bieten ihre Angebote genauso direkt an, so dass Unternehmen beispielsweise bei Oecotrophologen direkt anfragen können, wenn’s um Vorträge, Workshops oder Einzelberatungen zu ernährungs- und lebensmittelrelevanten Themen geht. Vorteil der Direktbuchung besteht darin, dass die Angebote zielgerichtet auf die Bedürfnisse der einzelnen Unternehmen zugeschnitten werden können.

Ehe Experten mit der Durchführung von Maßnahmen beauftragt werden, sollten die Ergebnisse der Ist-Analyse und ein dazu passender Maßnahmenplan vorliegen. Unternehmen, die über kein Fachpersonal im Bereich BGM verfügen, kann die BGF Koordinierungsstelle der gesetzlichen Krankenkassen eine Anlaufstelle sein. Denn über diese Plattform gelangen Anfragen zu den entsprechenden Krankenkassen.

Wer darf betriebliche Gesundheitsförderung anbieten?

Theoretisch dürfen Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung von Jedem angeboten werden. Hierfür gelten keine rechtlichen Einschränkungen. Jedoch werden nicht alle Maßnahmen von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst, so dass indirekte Vorgaben zur Qualifikation einiger Gruppen von Leistungserbringern bestehen. Zumindest für diejenigen Unternehmen, die die Kosten hierfür nicht komplett eigenständig tragen (möchten).

Übernimmt eine Krankenkasse die Kosten anteilig oder komplett, so gelten deren Grundsätze. Das heißt, es muss sich um ausgebildete und bei Bedarf zusatzzertifizierte Fachkräfte handeln, damit die Maßnahmen finanziell unterstützt werden können.

Nach Fachkräften mit fundierter Ausbildung und ggf. mehrjährige Berufserfahrung zu suchen, ist allgemein empfehlenswert. Wer nach Experten sucht, sollte sich vorher überlegen, welche Aufgaben im Unternehmen von der Person zu erfüllen sind und welche Qualifikationen und Erfahrungswerte diese Person dafür mitbringen sollte. Allerdings ist dies nur bei individueller Buchung von Experten möglich, die nicht von Dritten vermittelt werden.

Wer kann Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung buchen?

Im Grunde gilt: Wer zahlt, der bucht. Hat sich eine Firma dazu entschieden, die Kosten selbst zu tragen, kann selbstverständlich auch das Unternehmen aussuchen, wer die Maßnahmen durchführt. Letztlich lässt sich nur über diesen Weg bestimmen, welche Personen später vor Ort erscheinen.

Leistet die Krankenkasse einen Zuschuss, übernimmt den Hauptanteil der Kosten oder gar die gesamte Summe, so erfolgt die Auswahl der Leistungserbringer durch die jeweilige Krankenkasse. Entweder werden Leistungserbringer wie Physiotherapeuten, Trainer oder beispielsweise Ernährungsfachkräfte direkt von der Krankenkasse angefragt und beauftragt oder die Krankenkasse gibt die Durchführung an ein Unternehmen ab, welches sich darauf spezialisiert hat. In diesem Fall hat das anfragende Unternehmen keinen Einfluss darauf, wer die Maßnahmen durchführt. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten zumindest anteilig, werden den Mitarbeitern die Vorteile einer Mitgliedschaft in der jeweiligen Kasse erläutert.

Wer zahlt betriebliche Gesundheitsförderung?

Im Regelfall zahlen Arbeitgeber die Angebote, die den Mitarbeitern im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung angeboten werden. Eine Aufteilung der Kosten zwischen Arbeiter und gesetzlicher Krankenkasse kann ebenfalls eine Lösung sein.

Hin und wieder leisten Mitarbeiter einen geringen Eigenanteil für einzelne individuelle Maßnahmen, was streng genommen bereits zur privaten Gesundheitsförderung zählt.

Wie buche ich betriebliche Gesundheitsförderung?

Die Buchung von Angeboten kann direkt bei den Leistungserbringern getätigt werden. Genauere Hinweise bietet heute im Regelfall der Internetauftritt von Fachkräften aus den Schwerpunktbereichen (Bewegung, Ernährung, Entspannung, Suchtprävention). Unternehmen, die über eine eigene Abteilung im Bereich Gesundheitsmanagement verfügen, steuern ohnehin die einzelnen Maßnahmen und können bei Buchung auf direktem Wege zusätzlich vom individuellen Zuschneiden der Angebote profitieren.

Alternativ bieten die gesetzlichen Krankenkassen Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung, die wiederum direkt über die jeweilige Krankenkasse zu buchen sind. Die zuständigen Ansprechpartner finden sich in der Regel auf der Website der einzelnen Kassen.

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